Technische Störungen, ungewöhnliche Systemzugriffe oder folgenschwere Fehleingaben haben im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gezeigt, wie anfällig digitale Auktionsprozesse sein können.
Gerade in den entscheidenden Minuten wenn Emotionen und hohe Beträge zusammenkommen, können Unklarheiten oder Störungen im System den Verlauf einer Auktion nachhaltig beeinflussen.
Diese Seite hält jene besonders spektakulären Online-Auktions-Zwischenfälle fest.
Am 20. Februar 2013 wurde das tiefste St. Galler Kontrollschild, die SG 1, online versteigert. Die intensive Berichterstattung in den Medien führte dazu, dass die Auktion in den letzten Minuten aussergewöhnlich viele Besucher anzog. Genau in dieser entscheidenden Phase erreichte die Nachfrage nach Zugriffen auf die Auktionsplattform eine kritische Grösse. Kurz vor 20.00 Uhr brach das Online-System unter der hohen Belastung zusammen. Daraufhin konnten keine weiteren Gebote mehr abgegeben werden.
SFr. 135'000.- war das letzte Gebot.
Am 13. Mai 2015 wurde die Versteigerung der Autonummer SG 19 durch eine Fehleingabe eines Bieters in der entscheidenden Endphase faktisch lahmgelegt. Solche Fehleingaben sind grundsätzlich selten. Im konkreten Fall führte der Eingabefehler dazu, dass die laufende Auktion nicht ordnungsgemäss abgeschlossen werden konnte. Die Auktion musste daraufhin annulliert und am 3. Juni 2015 erneut gestartet werden, womit dieser Vorfall aufgrund der tiefen Autonummer zu den bekanntesten Zwischenfällen in der Geschichte der Schweizer Online-Kontrollschildauktionen zählt.
Mit SFr. 210'000.- wär dies das teuerste Schweizer Kontrollschild zu dem Zeitpunkt gewesen.
Was am 29. Oktober 2015 mit Störungen im Zürcher Online-Auktionssystem begann, weitete sich am 30. Oktober 2015 auf sämtliche Systeme der Kyberna AG aus. Die genaue Ursache der Ausfälle wurde nie abschliessend öffentlich geklärt, weshalb in der Rückschau auch Fragen nach möglichen externen Einwirkungen im Raum standen, ohne dass diese bestätigt wurden. Der Vorfall ereignete sich zu einer Zeit, in der erst ein Teil der Schweizer Kantone Online-Versteigerungen durchführte und viele Internet-Systeme noch unverschlüsselt über das HTTP-Protokoll kommunizierten. Die meisten betroffenen Kantone konnten ihre Online-Auktionen nach rund einer Woche wieder aufnehmen. Der Kanton Zürich war deutlich stärker betroffen, hier blieb das System während rund zwei Wochen offline. Der Zwischenfall markiert rückblickend einen wichtigen Wendepunkt in der technischen Weiterentwicklung der Auktionsplattformen. Heute werden Online-Auktionssysteme mit aktuellen Softwareversionen betrieben und kommunizieren ausschliesslich über das sichere HTTPS-Protokoll, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Ausfällen und externen Einflüssen deutlich erhöht hat.
Für zwei Wochen konnte in Zürich nicht mehr geboten werden.
Nach zwei Wochen, alle Informationen waren verloren.
Am 5. Dezember 2025 musste der Kanton Solothurn die Auktion der legendären SO 1 abbrechen, da sogenannte Spassbieter mit unseriösen Millionen-Geboten die gesamte Auktion verfälscht und ad absurdum geführt haben. Als Reaktion entwickelt der Kanton nun einen Art Highroller-Bieterprozess. Nach der technischen Umsetzung soll die Auktion der begehrten Nummer neu gestartet werden.
Mit zwei Geboten im Millionenbereich wurde zurecht die Auktion abgebrochen.
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